Die Entscheidungen zur Digitalisierung - mit Fakten und Intuition die richtigen Entscheidungen treffen.

Erfolg ist die Summe der richtigen Entscheidungen. Das trifft auch ganz besonders auf die Digitalisierung zu. Allerdings ist es hier eine ganz besondere Herausforderung, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Die Ursachen liegen in der oft unübersichtlichen Faktenlage, dem nicht immer nur Fakten orientierten Entscheidungsprozess und der relativ kurzen Entscheidungszeit.

 

Die Faktenlage wird allgemein gekennzeichnet durch:

- einfache, mittlere oder hohe Komplexität

- komplette, teilweise oder nicht vorhandene Vollständigkeit

- komplette, teilweise oder nicht vorhandene Strukturierung

- komplette, teilweise oder nicht vorhandene Verständlichkeit

- keine, teilweise oder permanente Veränderungen

- ausgelöst durch komplett, teilweise oder nicht bekannte Technologien, Firmen, Nutzer

 

Bei der Digitalisierung herrscht eine extrem schwierge Faktenlage - mit extrem hoher Komplexität, mit unvollständiger, unstrukturierter und oft unverständlicher Faktenlage, die sich auch noch jederzeit ändern kann durch Technologien, Firmen und Nutzer, die man heute noch gar nicht kennt. Wer in Ihrer Firma hat die Zeit, die Motivation, die Kenntnisse und das Budget die Fakten entscheidungsreif aufzuarbeiten und anschließend permanent zu aktualisieren ? Das liegt optimalerweise im Verantwortungsbereich des Chief Digital Officers.

 

Diese Faktenlage trifft auf Entscheidungsprozesse, die

- alleine von Firmeninhabern, kollegial von Geschäftsführern, gemeinsam in Gremien oder als Team

- auf Basis von Fakten, Intuitionen, Eigeninteressen, Sympathien oder internen Machtkämpfen

- strategisch langfristig oder kurzfristig bei akutem Handlungsbedarf

durchgeführt werden.

 

Die Entscheidungszeit kann variieren von kurz über mittel und lang. Bei der Digitalisierung sollte die Entscheidungszeit plus die Zeit zum wirksamen Umsetzen der Gegenmaßnahmen nicht länger sein als die Zeit, die der Markt braucht um auf das neue Angebot des digitalen Angreifers umzuschwenken (Trägheit des Marktes). Da bei der Digitalisierung das Umschwenken auf einen Mitbewerber nur durch einen Click geschieht, ist die Trägheit des Marktes deutlich geringer als früher. Solch ein Angriffsszenario sollte rechtzeitig vorbereitet (z.B. Radar und digitale Partner) und trainiert werden - wie die Einhaltung von Brandschutzmaßnahmen (inkl. Feuermelder) in Kombination mit regelmäßigen Feuerwehrübungen.

 

Die Entscheidungsoptionen sind prinzipiell immer gleich: akzeptieren oder ändern. Bei der Digitalisierung bedeutet ändern z.B. : kopieren und optimieren oder kaufen. Das kann man alleine machen oder organisiert mit anderen Angegriffenen in einer Branche.

 

Eine Entscheidung sollte nach Möglichkeit weitestgehend auf Fakten basieren. Entscheidungsbereiche, die nicht über Fakten untermauert werden können, müssen dann auf Basis von Intuition entschieden werden. Dann aber bitte von Entscheidern mit einer nachweislich guten Intuition.

 

Bei schwierigen und weitreichenden Entscheidungen wird gerne der Kreis der gleichberechtigten Entscheider erweitert - z.B. aus Absicherungs- und Mitnahmegründen. Die Entscheidung selbst wird dadurch eher schlechter als besser. Anstelle von Fachwissen und Fakten entscheiden eher andere Faktoren wie (schlechte) Intuition, Sympathie, Eigeninteressen und interne Machtkämpfe.

 

Bei intuitiven Bauchentscheidungen gibt es große Unterschiede in der Qualität der Entscheidungen. Wahrscheinlich folgt die Qualitätsverteilung der normalen Gaußverteilung. Je mehr intuitive Bauch-Entscheider beteiligt sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, daß das Ergebnis von mittelmäßiger Qualität ist. Ob jedoch eine mittelmäßige Entscheidung für den Erfolg einer Firma ausreicht, ist mehr als fraglich. Schließlich haben Globalisierung und Digitalisierung zur Folge, daß alle in der Champions League spielen. Und da gehört Mittelmäßiges garantiert nicht zu den Gewinnern.

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